OPEL, zum Beispiel

von Egon W. Kreutzer

OPEL ist nicht nur in die Krise,

sondern - sehr zur Freude profilierungsbedürftiger Politiker - zugleich auch in den Bundestagswahlkampf geraten.

Während sich die einen vor ihrer Klientel rühmen, allerlei gute Argumente für die Rettung des Autobauers vorgetragen zu haben, erhoffen sich andere Applaus dafür, dass sie sich bemüht haben, mindestens ebensogute Argumente gegen die Rettung von zigtausend Arbeitsplätzen in die Debatte geworfen zu haben.

Dass sich die meisten dieser Argumente qualitativ kaum von den windigen Ausreden unterscheiden, mit denen das untätige Abwarten und die peinliche Entscheidungsschwäche der Regierung bemäntelt werden sollen, macht es nicht leichter, sich im Wirrwarr des Geschwätzes, in der Kakophonie der Stellungnahmen der Großkoalitionäre zurechtzufinden.

OPEL wäre -

das wird jetzt überdeutlich - ein wunderbares Beispiel, um zu erklären, wie Politik in Deutschland funktioniert.

Weil das “Problem OPEL”

nicht von der Politik und ihren Spin-Doktoren sorgfältig geplant und inszeniert wurde, weil es sich nicht um eines der üblichen manipulativen Scheinproblemchen handelt, mit denen, ganz nach Belieben, Stimmung gemacht oder Ablenkung angeboten werden soll, sondern weil das “Problem OPEL” die Politik unvorbereitet getroffen hat, wird das Fehlen jeglicher Grundsätze und Prioritäten, die Abwesenheit echter Wertvorstellungen und zuverlässig fester Charaktere so peinlich offenbar, dass man sich fragen muss, ob es wirklich stimmt, dass jedes Volk die Regierung hat, die es verdient.

Aber das ist eine andere Geschichte.

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